Trends / Handlungsfelder




Modell Stadtregion Stuttgart 2030
Dynamik – Integration – Ausgleich

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen des Forschungsprogramms "Bauen und Wohnen" den Ideenwettbewerb "Stadt2030" ausgeschrieben.

Der Beitrag der Stuttgarts zum "Ideenwettbewerb Stadt 2030" stellt die Anforderungen und Folgen des sozialen und demografischen Wandels in den Vordergrund. Das Projekt Stadt/Region Stuttgart 2030 geht von allgemeinen Rahmenbedingungen und Trends in Stadtregionen aus und bezieht sich auf Leitfragen und Themenfelder mit folgenden zentralen Fragestellungen:

• Wie kann die Stadt/Region Stuttgart 2030 ihrem Auftrag zur sozialen, wirtschaftlichen, räumlichen und funktionalen Integration gerecht werden?

• Wie kann in einer sozial und wirtschaftlich dynamischen Stadt/Region Stuttgart 2030 die Entfaltung des Bürgers gefördert werden?

Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung von Leitvorstellungen und Szenarien, die von den Trends "Wirtschafliche Prosperität", "Demografische Alterung", "Migration", "Soziale Segregation" und den damit verbundenen Veränderungen von Wertevorstellungen und Verhaltensweisen beeinflusst werden. Die erwarteten Entwicklungen stellen hohe Anforderungen an die Integrationsfähigkeit und Ausgleichskraft der StadtRegion und sollen deshalb mit Fokus auf die Handlungsfelder "Integration", "Partizipation" und "Institutionelle Erneuerung" untersucht werden.

 

Wirtschaftliche Prosperität:

Die Wirtschaft der Region Stuttgart ist einerseits geprägt durch eine starke Präsenz des Mittelstands, andererseits wird sie insbesondere mit weltweit tätigen Unternehmen wie DaimlerChrysler, Bosch und Porsche identifiziert. In der Region Stuttgart wurde in den 90er Jahren eine Wertschöpfung von mehr als 70 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies entspricht in etwa der Größenordnung des Bruttoinlandsprodukts von Irland oder Finnland. Europaweit nimmt die Region mit einer Wirtschaftskraft von ca. 58.000 Euro pro Erwerbstätigem einen Spitzenplatz ein. Die Arbeitslosenquote lag in den vergangenen Jahrzehnten immer deutlich unter der Quote der Bundesrepublik.

 

Demografische Alterung:

Die anhaltend niedrige Geburtenhäufigkeit sowie die zunehmende Lebenserwartung werden künftig zu einem Schrumpfen und zu einer Alterung der Bevölkerung führen.

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NACH OBEN

 

Migration und ethnische Ausdifferenzierung

Alle Aussagen über die künftige Zuwanderung nach Deutschland gehen davon aus, dass Deutschland auch in Zukunft Zuwanderungsland bleiben wird und weiterhin positive Wanderungssalden mit dem Ausland zu verzeichnen sein werden.

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Soziale Segregation

In Deutschland ist zukünftig mit einer Zunahme der Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen zu rechnen. Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland wird größer. Je stärker Einkommen, Vermögen und Lebensstile der Haushalte variieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Stadtquartiere mit jeweils homogenen Bewohnerstrukturen herausbilden (sozialräumliche Segregation), denn die Nachfrage der Haushalte nach Wohnstandortqualität ist besonders einkommenselastisch.

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Integration:

Bezogen auf die Gesellschaft bedeutet Integration das Aufheben von (Rang-) Unterschieden und Trennungen in einer Gesellschaft oder Organisation durch gleichberechtigte Mitgliedschaft aller Beteiligten.

Der Begriff der Integration wird in der Literatur auf drei Ebenen bezogen:

a) Die Materielle oder Systemische Integration. Diese meint die Integration in das Erwerbsleben, einschließlich der Partizipation an den sozialen Sicherungssystemen und die Integration in den Wohnungsmarkt.

b) Die Politische Integration. Diese meint die Integration in demokratische Formen der politischen Willensbildung, Selbstverwaltung oder Machtausübung.

c) Die soziale Integration, d.h. die Integration in informelle Beziehungsnetze, Nachbarschaften und wechselseitige Hilfsbeziehungen, die in städtischen Gesellschaften nicht zwangsläufig durch Abstammung, Stand, Religion oder Familie vorgegeben sind.

Das Spektrum möglicher Integrationskonzepte reicht von der vollständigen Anpassung („Assimilation") bis hin zur gruppenbezogenen gesellschaftlichen Integration („Multikulturalismus"), die ethnische Eigenständigkeit zuläßt.

 

Partizipation:

Der Begriff der Partizipation wird in dieser Befragung weit gefasst: Partizipation sind formelle, gesetzliche, institutionalisierte und informelle, offene, kooperative und kommunikative Formen der Beteiligung von Einwohnern einer Kommune an Entscheidungs- und Planungsprozessen.

 

Institutionelle Erneuerung:

Alle europäischen Stadtregionen sind historisch aus kleinräumlich organisierten Verwaltungseinheiten und darauf aufbauenden Strukturen entstanden. (Gemeinde, Kreis, Regierungsbezirk, Provinz/Land, Nation). Dementsprechend wurde unterschieden zwischen örtlichen, unteren, mittleren, oberen und obersten Behörden.
Unsere modernen Stadtregionen haben sich seit Generationen über diese räumlich und organisatorisch verfestigten Verwaltungsstrukturen und Institutionen entwickelt. Die im 19. Jahrhundert noch auf die geschilderten Strukturen bezogenen Räume täglichen Lebens haben sich bei Wirtschaft und Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten zu weit größeren Maßstäben grundlegend verändert. Die administrativen Strukturen wurden dagegen weitgehend beibehalten und um Regionalverbände ergänzt.
Derzeit gibt es eine öffentliche Diskussion darüber, wie der Bereich der öffentlichen Verwaltung zwischen der Landesebene auf der einen Seite und der kommunalen Ebene auf der anderen Seite strukturiert werden kann, um den künftigen Aufgaben gewachsen zu sein.

Ausführliche Projektbeschreibung